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Selbstverständnis

Frage: Steffen, wieso machst Du eigentlich politische Bildung?

S.D.: Ich möchte gerne Menschen unterstützen, für sich und die Gesellschaft aktiv zu werden und Verantwortung zu übernehmen. Hinzu kommt, dass ich selbst die Erfahrung machen konnte, dass Bildung sehr viel Spaß machen kann. Und das möchte ich in meinen Seminaren gerne weiter geben.

Frage: Bildung soll Spaß machen? Da hat wahrscheinlich ein Großteil der Menschheit andere Erfahrungen gemacht, oder?

S.D.: Ja und nein. Ich erlebe in meinen Seminaren und Kursen oft, dass sich die Mehrzahl der Teilnehmer mit viel Spaß an den Übungen und Diskussionen beteiligt - und auch viel für sich mitnimmt. Natürlich gibt es Bedingungen, die den Spaß am Lernen erleichtern: z.B. wenn Menschen freiwillig in eine Veranstaltung kommen und Interesse am Thema haben.

Frage: Aber das ist ja nicht immer gegeben. Gerade bei Schülerinnen und Schülern ist es doch häufig so, dass die LehrerInnen sie anmelden -

S.D.: Es gibt deshalb natürlich auch Widerstände. Manchmal braucht das ein wenig Zeit, aber meistens klappt es. Ich versuche einfach gute Bedingungen für das Lernen herzustellen, kreative Strategien zu entwickeln und vor allem spannende Themen und Aktionen zu konzipieren. Jeder Zwang würde sowieso der Grundlage der politischen Bildung widersprechen (vgl. http://de.wikipedia.org/wiki/Beutelsbacher_Konsens).

Frage: Ist politische Bildung nicht einerseits total langweilig und andererseits total schwierig und komplex?

S.D.: Nein, nichts ist langweilig, wenn mit dem eigenen Leben und den eigenen Ideen verknüpft werden. Insofern stelle ich bei meinen Veranstaltungen auch immer die Frage: "Was hat das Thema mit den Euch zu tun?" Um komplexe Themen anzupacken, hilft die richtige Methode. Und die muss auch zu der jeweilige Gruppe passen. Meine feste Überzeugung ist, dass wir alle keine Experten sein müssen, um über unser Leben zu entscheiden. Auch mit Themen, die anfangs sehr schwer und komplex erscheinen (z.B. Gentechnik, aktive Sterbehilfe, etc.), kann jede und jeder sich so auseinander setzen, dass er/sie zu einem eigenen Standpunkt kommt.

Frage: Und was macht man dann mit dem Wissen, das man in Deinen Seminaren erwirbt?

S.D.: Auch diese Antwort hat zwei Ebenen. Auf der einen Seite erlangen die Teilnehmer/innen persönliche Kompetenz. Das hängt natürlich stark vom Thema ab, aber durch Bildungsveranstaltungen erweitert sich natürlich der eigene Horizont und die Persönlichkeit wird gestärkt. Auf der anderen Seite reicht politische Bildung über den Einzelnen hinaus: sie will eine Demokratisierung der Gesellschaft erreichen, so dass möglichst viele Menschen sich an Entscheidungsprozessen beteiligen. Wenn man sich politisch gebildet hat, dann sind Teilnehmende in der Lage, ihr Leben und die Gesellschaft zu gestalten und in ihrem Sinne zu verändern.

Die Fragen stellte Claudia Lohmann.

Steffen Debus - Diplom-Politologe | steffen[at]nachdenken-mitwirkung.de | 040 / 27 13 94 80